Mut ist Angst, die gebetet hat. (Corrie ten Boom)

„Angst macht aus Kindern, die lachen, Kinder die beten“ Sarah Lesch

.und das ist das Beste, was Ihnen passieren kann (Kommentar J.Ch.)

Blog vom 14. September, Facebook-Seite: Gott erleben – Jesus in Bluejeans

Ich bin ein Kind Gottes und lache für gewöhnlich echt gern.
Frohnatur, quasi.
Doch Angst brachte mich dazu, mein Leben völlig zerbrechen zu lassen. Gebet dazu, mein Leben völlig neu zu ordnen und puzzlen zu lassen, machte mich bereit zu sterben.
Natürlich in Jesus. Natürlich gerettet. Natürlich NUR unter Seinem Versprechen mich dorthin mitzunehmen, wo Er sämtliche Wohnungen gebaut hat… war ja schließlich Zimmermann! („In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten?“ Johannes 14,2)


Es war ein Virus drin, ein Trojaner. Er kam mit dem guten Alltagsleben, es lief alles glatt, man dankte für Lapidares, fürs Essen, für den Sabbat und manchmal bat man um ein bisschen Schützenhilfe für das, was unter Eigenregie nicht hinhauen wollte. Das Gebetsleben war gelinde gesagt futsch. Alles Oberflächliche ist ein großer Mist.

Fromme Reden statt Tacheles.

Sanftes Schulterstreicheln statt herzhafter Umarmung.

Viel Smalltalk statt heilende Worte.

Das Gebetsleben wurde ausgehöhlt. Vollständig zur Hülle degradiert.

Der Virus war…. nicht ansteckend…. aber immun war man auch nicht dagegen. Die Erkrankung verlief asymptomatisch… man merkte nicht, dass man bereits schwer erkrankt war. Es gibt für diesen Virus vermutlich nicht mal schlechte PCR Tests. Der Virus breitete sich aus…. zuerst langsam… dann immer schneller. Unbemerkt und ungebremst.

Mitten hinein kam eine Krise. Das Immun- äh Immanuelsystem rebellierte, der Virus wurde angegriffen, das Gebetsleben wurde wieder lebendiger.

Doch nach einigen Jahren wars wieder soweit. Gebet wurde weniger, Alltag lähmte das Glaubensleben…

Dasselbe Spiel wiederholte sich unzählige Male. Und immer ging das stabile Immanuelsystem ein klein wenig mehr vor die Hunde.

Diese Krise nahm mir seit einem halben Jahr das Lachen und seit ein paar Wochen immer mehr sogar die Freude.


Ich war Ballonfahren. War ein riesen Geschenk eines leider im Januar verstorbenen Freundes. So eine Ballonfahrt läßt sich leider nicht fest planen… das Wetter, der Wind und so weiter spielen da eine riesen Rolle. Dank bestimmter Umstände durften an diesem einen Tag sogar die Kinder günstiger mitkommen und so fuhr die ganze Family am 24.08.2020 gen Himmel. War das schön ♡ aber…. Meine Freude hatte Ketten angelegt bekommen. Meine Freude ging nicht so tief, wie ich es von mir sonst erwartet hätte. Das war eine Auszeichnung, ein Geschenk, ich hätte vor Dankbarkeit eigentlich euphorisch jubeln müssen… Ich hätte die ganze Zeit ein Grinsen im Gesicht haben müssen, denn wenn ich etwas total Neues erlebe, das man vermutlich nur einmal im Leben erleben darf, dann ist das bei mir pure Normalität. Aber Angst lähmt.
Ich habe schlussendlich die Fahrt genossen, so wie es mir in diesem Moment möglich war. Aber ich weiß heute, dass (und ich habe den Text vom September noch ein wenig modifiziert!) ich weit mehr aus dieser Fahrt hätte rausholen können, wenn ich nicht voller Angst vor Menschen, Verordnungen, Massnahmen gewesen wäre.

So wie am Tag der Ballonfahrt erging es mir auch in den zurückliegenden Monaten.

Was ich in diesem halben Jahr auch nur für mich „getan“ hatte, ist erschreckend wenig. Mein Klavier und meine Gitarre sind stumm geworden und die Lieder in mir versanken im Morast. Einzige Rettung: der Wiederbelebungsversuch der Kirchengemeindebesuche. Am Sabbat singen. Ich tus gern, aber unter der Woche war einfach jedes Lied gelöscht.

Und ich schaute auf meinen Herrn und fragte ihn ernsthaft:

sag mal, verstehst Du mich noch, bist Du mir nah genug? In Berlin hast Du es mir bewiesen an jeder Ecke. Du bist da, Du bist lebendig, Du hast nicht Bohne einer Pflicht, mir als mein Gott Deine Gegenwart zu beweisen, aber Du hast es einfach gemacht. Also BIST Du da…. aber wieso hab ich dann solche Angst?

Jesus antwortet mir:

>>“was ich Dir jetzt sage, sage ich, damit Du in mir Frieden findest: in der Welt hast Du nunmal Angst, aber sieh her, ich habs auch geschafft, ich weiß, was Du jetzt gerade durchmachst, hab ich auch durch“ (Frei übersetzt aus Joh 16,33)<<

Jesus, ich muss da mal was loswerden… Du sagst, Du weißt, was Angst heißt … das glaube ich Dir das unbesehen. Aber…. wie sollen wir mit dieser Angst hier fertig werden, um Frieden bei Dir finden zu können? Ich HABE Angst. Immernoch. Vor allemvor dem, was da noch so alles auf uns zurollt. Du siehst alle diese Menschen, die klar sehen, was geschieht und es aktiv aufhalten wollen. Du siehst diese Menschen, die…. versuchen gute Friedenswege zu gehen. Bin selber schon mitgegangen. Aber ich bin ein schlechter Wanderer. Ich habe kaum bis keine Hoffnung darauf, dass noch was besser wird und dadurch steigt meine Angst. Die Angst das alles aushalten zu müssen, ohne von Dir zu lassen. Angst um meine Kinder, das ist es, was ich habe….

Ich sah meinen Herrn grinsen:

>>HA! Tochter, das ist es: Du hast es gesagt, Deine Kinder… da haben wir den Trojaner!<<

Hä? Trojaner? Erklär mal, Jesus!

>>Na, ganz einfach: Du glaubst, Du hättest Angst um DEINE Kinder. Ich entpacke Dir den Trojaner mal…. es sind nicht DEINE Kinder. Es sind MEINE…. Überrascht? Ohne mich hättet Ihr zwei keinen Nachwuchs bekommen. Ohne mich wäre weder der eine, noch der andere auf der Welt. Es sind MEINE Kinder und ich habe sie Euch geliehen. Ihr habt Besitzrechte und -Pflichten …aber der Schöpfer, der Vater, der bin ich. Wenn Kinder eine Sache wären, wäre ich Eigentümer. Schließlich hab ich ihr Leben erschaffen und neu erkauft. Ich hab Euch auch ein Haus geschenkt. Ich lasse Euch drin wohnen. Es genießen, dran rumwerkeln. Ich weiß, Ihr braucht es noch. Aber falls es mal nicht mehr das Beste für Euch ist, werde ich es Euch wieder wegnehmen und Euch woanders hinschicken. Keine Sorge, ich geh dann schon mit, wie immer. Aber schau mal… mit dem Haus ist es wie mit den Kindern. Es gehört mir und Eure Kinder auch. Ihr solltet Euch keine Sorgen machen. Um die Zukunft schon gar nicht, denn jeder Tag hat seine eigene Plage… (Matthäus 6,34: „Darum sorgt nicht für den andern Morgen; denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe.“)<<

Aber … es ist so schwer loszulassen… auch wenns bescheuert klingt. Diese Kinder, mein Mann sind doch mein Ein und Alles auf Erden!

>>Auch Dein Mann gehört letztendlich mir, ich dachte nur, ich puzzle Euch zusammen, weil das ganz gut funktioniert mit Euch und weil der Weg für jeden von Euch dadurch ja auch irgendwie nicht so langweilig ist als wenn Ihr alleine unterwegs gewesen wärt, oder? Aber gehören… gehören tut er mir. Also lass die Sorgen, Mädel. Du tust grad viel für mich. Viel mehr als früher. Das hab ich gemacht. Deine Angst hat Dich geschwächt. Und naja, was soll ich sagen, Sweetie, in den Schwachen bin ich am Stärksten und ich hab Deine Angst einfach mal dazu genutzt, dass Du mehr betest, mehr erzählst, mehr ….Biss in meine Sache setzt. Du hattest immer ein Herz für kleinen Menschen… aber endlich sind Dir die Großen sind Dir auch nicht mehr egal. Gib zu, Du hattest Wenige, die Du mochtest und jetzt willst Du jeder Begegnung auf der Straße den Weg zu mir zeigen. Das ist super. Nun hab ich Dich da, wo ich Dich haben will. Aber das mit der Angst können wir jetzt lassen, okay?<<

Ich weiß nicht, ob das so einfach ist.

>>Ist es.<<

Das sagt sich so leicht… ich… darf ich denn keine Angst haben? Ist die Anforderung, in diesen Zeiten KEINE Angst haben zu dürfen?

>>wenn man mich falsch verstehen WILL….<<

Wie bitte?

>>Angst haben ist doch okay! Aber irgendwann darf man auch damit aufhören. Angst hat Dich geschwächt, diese Schwäche hab ich für Dich ausgenutzt und jetzt bist Du doch stark in mir….oder nicht?<<

Njaaaa, schon!

>>Du bist mir eine! Es werden in diesen Zeiten noch viele Ängste auf Dich warten. Aber: nimm das zum Anlass, Dein Gebet nicht mehr einschlafen zu lassen. Gebete machen ruhiger, was meinst Du warum?<<

Weil….

>>das war rhetorisch gemeint, unterbrich mich nicht! Du kommst im Gebet in meine Arme. In meinen Armen herrscht Frieden. Und dieser Frieden ist für Dich. Den will ich Dir die ganze Zeit schon schenken. Also nimm den doch endlich mal mit! Weißt Du, es funktioniert nicht, anderen Menschen meine Botschaft mit Tränen in den Augen zu verkünden. Die sollen doch nicht auch noch Angst kriegen! Was DU brauchst ist MUT.. Und Mut ist Angst, die gebetet hat… sagte schon Corrie, Deine Schwester. Außerdem: „wenn dies alles passiert, dann Kopf hoch, Eure Erlösung naht“ bzw lies mal nochmal Lukas 21, 5-36…. und lies es laut und langsam, damit es sickern kann, Liebes. FREU Dich darüber!<<

Ja schon aber…. wie soll ich mich denn FREUEN können, wenn ich sehe, was hier passiert, die Spaltung von Freunden und Familie. Die ganzen Leute, die nicht sehen wollen. Ich mag sie so sehr, selbst die Schrägsten, die mir grad echt blauäugig den letzten Nerv kosten. Es sind meine Schwestern und Brüder. Sollen die verloren gehen?

>>Pssst! Ruhe jetzt. Natürlich sollen sie nicht verloren gehen. Freuen sollst Du Dich, weil Du die Fahrkarte nach Hause schon in den Händen hälst. Der Zug ist quasi bereits unterwegs. Nur noch eine kurze Zeit, dann geht’s heim. Deswegen sollst Du Dich freuen. Und die Anderen…. die überzeugt man nicht mit Tränen, Liebes. Die überzeugt man mit Freude. Und Lachen TROTZ dieser Zeit. Wenn Du mich lässt, gebe ich Dir die Lieder zurück. Ich höre Euch Menschlinge doch so gern singen! Und Ihr gehört mir, nicht vergessen! Sei welt-fremd (Lukas 17 Verse 15,16 bis 18), denn Du willst mit dieser Welt nur noch das Nötigste zu tun haben. .Spürst Du ihn? Den Frieden?<<

Ja… ich glaube ja…..

>>Vergiss mich nicht. Und vergiss nicht, woher Dein wirklicher Frieden kommt. Und ich gebe vieeeeel mehr als das, was die Welt als Frieden betitelt und was sie Dir dann anbietet…(Johannes 14, 27) ich liebe Dich, mein Königskind!<<

Johannes 16, 33: „Ich habe Euch das alles gesagt, damit Ihr in mir Frieden habt. Hier auf der Erde werdet Ihr viel Schweres erleben. Aber habt Mut, denn ich hab die Welt überwunden“

Ein Kommentar zu “Mut ist Angst, die gebetet hat. (Corrie ten Boom)

  1. Danke Betti,

    daß wir bei diesem „Dialog“ Mäuschen spielen dürfen.
    Und ein weiteres mal Danke für den Einblick, den offenen und ehrlichen
    in deine Gefühlswelt und dein Glaubensleben, samt der kleinen und großen Herausforderungen.

    Liebe Grüße aus dem „Norden“,
    Raphael.

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